Tanzania: Bin ich schon drin? Internet und Payment

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Vodacom App

Was Mobilfunk und Bezahlmöglichkeiten in Tanzania angeht, ist hier doch vieles anders und es gibt auch Zahlungsmöglichkeiten, die es bei uns so nicht gibt. Folgend beschreibe ich euch, wie es bei uns im Moment mit Internet und Payment aussieht.

Eine der ersten Amsthandlungen hier in Tanzania war es, SIM-Karten zu besorgen, um mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben zu können. Uns wurde der Anbieter Vodacom empfohlen. Es gibt aber auch andere Anbieter.

  • Vodacom
  • Halotel
  • Airtel
  • Zantel (Zanzibar)
  • Tigo

Wir haben bisher nur Erfahrungen mit Vodacom. Grundsätzlich läuft hier vieles über Prepaid und Bargeld. In Restaurants und Supermärkten kann man aber auch mit Kreditkarte zahlen.

Kauf einer SIM-Karte und M-Pesa

In einem örtlichen Vodacom Shop haben wir also SIM-Karten gekauft. Das Prozedere kann schonmal 2 Stunden dauern. Um eine Karte zu kaufen, benötigt man seinen Reisepass. Auch hier wird man wieder fotografiert und der Fingerabdruck wird gescannt. Der Aktivierungsprozess dauert dann nochmal ein wenig. Die SIM-Karte selber hat nur 1000 TZS gekostet (40 Cent). Man kann dann in Bar schonmal Guthaben aufladen. Ich habe 20000 TZS aufgeladen (4 €). Dafür kann man z.B. 12 GB Internet per LTE kaufen:

Disclaimer: Ich konnte keine Screenshots machen, daher entschuldigt bitte die abfotografierten Bilder.

Vodacom soll wohl nicht der günstigste, aber ein zuverlässiger Anbieter sein. Dazu später mehr.

Doch wie lädt man nun sein Guthaben auf, wenn es leer ist? Zur Sim-Karte erhält man zusätzlich ein M-Pesa Konto. M-Pesa ist ein Zahlungsservice, der im Grunde auf SMS basiert (weiterführende Infos: https://www.vodafone.com/about-vodafone/what-we-do/consumer-products-and-services/m-pesa). Dabei hat wohl jeder Anbieter sein eigenes Derivat dieses Systems, die aber untereinander kompatibel zu sein scheinen.

Viele kleine Shops bieten an, das M-Pesa Konto aufzuladen (Wakala). Das funktioniert so, dass man Bargeld einzahlt und der Shop dann per SMS das Konto um diesen Betrag auflädt. Der Shop übernimmt dabei so eine Art Vermittlerrolle. Das scheint ähnlich wie PayPal zu funktionieren. Die Mobilfunknummer ist dabei das entscheidende Kriterium. Daran ist dann alles geknüpft. Wenn das Geld dann „verschickt“ wurde, erhält man direkt eine Bestätigungs-SMS:

M-Pesa Bestätigungs SMS

Grundsätzlich wird das System über USSD-Codes bedient (Codes, die man über die Telefontastatur sendet, vielleicht kennt ihr es noch von früher). Aber zumindest bei Vodacom gibt es auch Apps, die man benutzen kann.

Und genauso kauft man dann auch seine Internet- und Telefonpakete. Man bucht diese und bezahlt direkt per M-Pesa.

Tatsächlich gibt es auch Shops, in denen man direkt per M-Pesa bezahlen kann. Wir werden mal schauen, wo man noch so mit M-Pesa bezahlen kann.

Man kann sich das M-Pesa Guthaben auch bei diversen „Wakala“-Shops wieder als Bargeld auszahlen lassen. Das haben wir zwar noch nicht getestet, soll aber gut funktionieren.

Welche anderen Wege gibt es nun noch, sein M-Pesa Guthaben aufzuladen? Hierzu habe ich u.a. Remitly und Worldremit als Dienstleister empfohlen bekommen. Über diese Dienstleister kann man eine Zahlung (z.B. von einem deutschen Bankkonto oder einer beliebigen Kreditkarte) direkt an eine Mobilnummer in Tanzania senden. Getestet habe ich den Anbieter Remitly. Hierüber habe ich am Sonntag (24.04.2022) 100 € an meinen M-Pesa Account gesendet. Die ganze Transaktion hat nur wenige Minuten gedauert und wurde wie erwartet auch per SMS an meine lokale Rufnummer bestätigt. Für die 100 € habe ich 244.306,00 TZS (1 € = 2443 TZS) bekommen. Zum Vergleich: Vor ca. 1 Woche habe ich bei einer lokalen Bank in Kigamboni Euro-Banknoten gewechselt und habe einen Kurs von 2416 TZS bekommen (Für 100 € habe ich also 241600 TZS bekommen). Der Kurs schwankt natürlich, aber man sollte das dann schon vergleichen und den aktuellen Kurs auch prüfen. Falls ihr euch auch bei Remitly registriert, könnt ihr gerne (müsst aber nicht) meinen Ref-Link verwenden: http://remit.ly/urp4k. Dadurch erhaltet ihr einen 15 € Rabatt auf eure erste Überweisung über 100 €. Den Anbieter Worldremit werde ich auch noch testen und berichte dann.

Wie ist die Qualität der Internetverbindung (Vodacom)?

Hier haben wir bislang unterschiedliche Erfahrungen mit Vodacom gemacht. Grundsätzlich hat man fast überall hier eine LTE-Verbindung. Aber die Geschwindigkeit und die Antwortzeiten sind ein wenig tagesabhängig. Zumindest an unserem Standort. Tagsüber bis zum frühen Nachmittag ist die Verbindung sehr gut und reicht auch locker für Videotelefonie. Gegen Abend wird es dann schlechter und Videotelefonie ist kaum bis garnicht möglich. Das mag auch standortabhängig sein. Wir werden deshalb auch mal andere Anbieter testen in Zukunft. Hiervon werden wir dann nochmal berichten.

Strom kaufen, mal anders

Den Strom für unsere Unterkunft müssen wir selber kaufen. Das funktioniert gänzlich anders, als wir das bislang kannten. Alles basiert auf einem Gerät, dass man zuhause an eine Steckdose anschließt (Customer Interface Unit, CIU).

Customer Interface Unit

Wie kauft man nun Strom? Auch das läuft per M-Pesa und im Prepaid Verfahren. Es gibt eine eindeutige Zählernummer, die man dafür braucht. Die M-Pesa App bietet direkt an, Strom zu kaufen. Hier gibt man dann nur noch den Betrag und die Zählernummer ein und kauft so Strom. Als Ergebnis erhält man einen Code per SMS, den man dann einfach in die CIU tippt. Die CIU ist mit der Zählernummer verknüpft und stellt die Schnittstelle zum Energieversorger dar. Das Gerät aktualisiert dann das KWH-Guthaben auf dem Display. Das wars dann auch schon.

Aktuell kaufen wir für ca. 8 € (20.000 TZS) 56,2 KWH ein. Das entspricht ca. 355 TZS pro KWH (ca. 14 Cent). Von anderen haben wir gehört, dass die Strompreise wohl auch schon etwas gestiegen sind.

Grundsätzlich finde ich es garnicht schlecht, dass solche Dinge über ein Prepaid Verfahren laufen. So behält man gerade als Ausländer/Neuankömmling besser den Überblick über laufende Kosten.

Wir tracken momentan relativ genau, was wir wofür ausgeben und wollen später dann auch einen Überblick geben für andere, wie die Preise hier für Lebensmittel, Transport, Freizeit etc. sind. Stay tuned!

Ich veröffentliche auf diesem Blog regelmäßig Artikel zu unserem Leben in Tanzania. Alle Artikel zum Thema Tanzania findet ihr in der entsprechenden Kategorie (Tanzania). Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen habt, nutzt gerne die Kommentarfunktion oder schreibt mir persönlich (Contact).

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Artur

    Hallo, danke für den Artikel. Gibt es auch unlimited Internet. Gibt es auch DSL und wenn ja, was kostet es? Wie viel kosten die günstigeren Anbieter?

    LG Artur

  2. Leon

    Hi, meine Recherche hat gezeigt, dass die Preise bei den den anderen Anbietern doch sehr ähnlich sind. Ich kann dazu nochmal eine Übersicht erstellen. Zum Thema Unlimited und DSL werden wir hoffentlich bald mehr wissen. Ich werde dann berichten.

  3. Udo Pfeiffer

    Finde ich super, dass du so konkrete Informationen für alle Urlauber oder potentiellen (Neu-) Einwanderer zur Verfügung stellst.
    Das habe ich bisher in den Telegram Gruppen (Thema Tansania & Auswandern) sehr vermisst. Dort sind brauchbare Informationen nur vereinzelt und sehr verstreut unter hunderten Posts zu finden. Echt Top.
    Bitte weitermachen und vielen Dank.
    LG. Udo

Kommentare sind geschlossen.