Lebensmittel einkaufen in Tanzania. Was essen wir heute?

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Lokaler Markt in Kigamboni

Was essen wir heute und wann gibts essen? Oft habe ich das Gefühl, das sind die zwei zentralen Fragen des Lebens (wenn es nach meinen Kindern geht). Natürlich ist das auch wichtig. Die Frage lautet also: Wie machen wir das hier in Tanzania mit dem Essen? Welche Lebensmittel kaufen wir ein und vor allem, wo? Der folgende Beitrag wird versuchen, diese Frage zu beantworten und gibt hoffentlich einen kleinen Einblick, wie die Dinge hier so sind.

Wir leben ja nicht in einem Hotel, sondern in einem gemieteten Haus (Siehe auch Tanzania: Airbnb am Strand). Wenn man so will, sind wir also Selbstversorger. Das bedeutet, man muss entweder selber kochen, oder man geht in ein Restaurant. Wir kochen häufig selber und dafür müssen wir natürlich einkaufen. Wie kauft man hier Lebensmittel ein und was gibt es hier eigentlich alles? Welche Erfahrungen wir hier so machen, möchte ich hier beschreiben. Wie ist das also mit „Lebensmittel einkaufen in Tanzania“?

Über Restaurants und Bars etc. werde ich in einem weiteren Beitrag nochmal gesondert schreiben. Also, bleibt dran!

Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel

An Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel mangelt es hier wahrlich nicht. Zumindest Obst und Gemüse kann man hier tatsächlich fast an jeder Ecke (frisch) kaufen. Hier in Kigamboni (sozusagen ein Stadtteil von Dar es Salaam) sicherlich mehr als direkt in der City. Zu unserer Unterkunft fußläufig erreichbar ist so eine Art kleines Dorfzentrum, wo man schon einiges einkaufen kann:

  • Obst (Orangen, Zitronen, Bananen etc.)
  • Gemüse (Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Tomaten, Salat etc.)
  • Trinkwasser
  • Brot (Toastbrot)
    • Brot, wie man es aus Deutschland kennt, findet man hier leider nicht oder nur selten.
  • Frische Eier
  • Nudeln/Reis
  • Gas
  • Die nötigsten Haushaltsartikel (Zahnpasta, Toillettenpapier, Shampoo etc.)

Das sind oft kleine „Buden“ oder Stände und Obst und Gemüse sind meist frisch zu haben. Hier gehen wir gerne hin, um das nötigste (z.B. für das Mittagessen) einzukaufen. Die Menschen sind wirklich freundlich und mittlerweile kennt man uns hier und man macht auch mal ein bisschen Small Talk (In Englisch und Swahili; Wir arbeiten noch an unserem Swahili).

Auf dem letzten Bild sieht man Maniok-Wurzeln. Zumindest denke ich, dass es Maniok-Wurzel ist. Die Wurzel enthält Stärke und hat gekocht eine ähnliche Konsistenz wie Kartoffeln. Sie werden hier z.B. gekocht oder frittiert gegessen (man muss sie etwas länger als Kartoffeln kochen). Der Geschmack ähnelt auch den Kartoffeln und es ist eine sehr gute Beilage.

Märkte/Lebensmittelstände

Um etwas mehr Auswahl zu haben, fahren wir dann entweder zur Fähre in Kigamboni oder mit der Fähre rüber in die City (Wie wir dahinkommen, könnt ihr hier gerne nachlesen: Harry, hol schon mal den Wagen!). An der Fähre findet man so eine Art kleines Stadtzentrum. Hier sieht man dann auch viele kleinere Stände mit Obst und Gemüse, aber auch zahlreiche Geschäfte (Handyshops, Bekleidung, Haushaltwaren, Elektrogeräte, Friseure, Fleischerei, Banken) und auch einen kleinen Markt. Da sich hier auch das Bus Terminal befindet, kommt man sehr gut mit dem Dala Dala dahin.

Es gibt hier auch einige kleine Fleischereien (sieht man oben im Bild). Es gibt eigentlich in den Fleischereien nur Rindfleisch und das wird auch so verkauft, wie man es im Bild sieht. Man kann sich etwas aussuchen und es wird dann abgeschnitten. Hier sagt man: Wenn das Fleisch tiefgefroren war, dann schmeckt es nicht mehr. Aber es gibt z.B. auch Würstchen (auch Rind) gefroren zu kaufen. Allerdings haben wir noch nicht viel Fleisch hier gekauft. Wir essen häufig frischen Fisch. Dazu später mehr.

Der kleine Markt hier bietet eine große Auswahl an frischem Obst und Gemüse, aber auch Nudeln, Reis, Gewürze, und frischen Fisch und allerlei andere frische Lebensmittel. Auch (für uns) exotische Früchte gibt es. Dazu gehören z.B. Maracuja, Drachenfrucht oder auch die Anone. Die Menschen sind wirklich sehr liebenswürdig. Zwar sprechen nicht alle englisch, aber wir haben schon die wichtigsten Zahlen usw. gelernt und können uns auch hier behelfen. Wenn es zusätzliche Fragen gibt, wird oft auch dann jemand gerufen, der dann englisch spricht. Mit der Verständigung klappt es also in der Regel sehr gut. Ob wir als „Weiße“ jetzt immer die besten Preise bekommen, glaube ich zwar nicht, aber die Preise auf den lokalen Märkten sind sehr gut. Dazu unten mehr.

Aktuell ist ja Regenzeit hier und es gibt schonmal Tage, an denen es mehrere Stunden durchgehend regnet. Wenn es geregnet hat, muss man auf diesem Markt mit sehr großen „Pfützen“ zurecht kommen. Was mich ein bisschen wundert, ist, dass hier der „Boden“ nicht ein bisschen aufgebessert wird. Man muss hier dann teilweise echt durch ganze Krater voll mit Wasser „waten“. Business-Schuhe sind dann also nicht angebracht. Es würde ja schon reichen, wenn man Kies oder Schotter hätte. Auch sonst sehen die Strassen in den ländlichen Gegenden dann mehr wie Seen aus. Hier ein paar Eindrücke:

Supermärkte/Kaufhäuser

Natürlich gibt es auch „klassische“ Supermärkte, in den man einkaufen kann. Hier gibt es dann auch Dinge, die man in einem Supermarkt erwartet. Allerdings muss ich sagen, dass man oft die gleichen oder sogar noch höhere Preise findet, die man aus Deutschland kennt. Grundsätzlich gilt, dass vor allem importierte Waren oft auch relativ teuer sind (Zu den Preisen komme ich zum Schluss nochmal). Trotzdem kaufen wir auch gelegentlich in diesen Supermärkten ein. Vor allem solche Dinge, die man nicht auf den Märkten oder in den lokalen kleinen Shops bekommt. Dazu gehört z.B. Kaffee/Tee, Fertigsaucen, Butter/Margarine, Waschmittel, Kosmetikartikel, Süßwaren sowie Mehl und Öl (Für euch aus Deutschland: Ja, es gibt hier reichlich Mehl und Öl zu kaufen *Zwinkersmiley).

Hier ein kleiner Einblick. Klassische Supermärkte sehen hier eigentlich genau so aus, wie in Deutschland.

Frischer Fisch am Strand

Über einen Kontakt durch unseren „Facility Manager“ bekommen wir auch oft frischen Fisch direkt von Fischern angeboten, die hier bei uns am Strand anlanden. Das ist wirklich toll und wir haben schon oft Fische bekommen und konnten diese direkt auch frisch zubereiten. Ich bin kein Angler und kenne mich daher mit verschiedenen Fischarten nicht aus, aber ich will euch mal ein paar Eindrücke von unseren „Fischlieferungen“ geben. Wir nehmen die Fische dann selber aus und grillen oder braten sie.

Was hier bisher bekommen haben, war wirklich fantastisch. Ich habe dann auch gemerkt, dass ich in Deutschland eigentlich noch nie wirklich frischen Fisch gegessen habe. Das ist schon eine andere Hausnummer. Ganz einfach gebraten in der Pfanne mit etwas Salz. Mehr braucht es nicht, um richtig leckeren Fisch zu genießen. Ich war nie so der große Fischesser, aber ich könnte mich dran gewöhnen. Und der frische Fisch ist auch wirklick sehr günstig. Dazu unten mehr.

Natürlich muss man dann den Fisch selbst ausnehmen und reinigen, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Es macht aber Spaß und es lohnt sich definitiv.

Fischmarkt in Dar es Salaam

An der Fähre in Dar es Salaam (am Speedbus-Terminal) gibt es auch einen großen Fischmarkt, wo man täglich frischen Fisch kaufen kann.

Großer Fischmarkt in Dar es Salaam

Die Auswahl an Fisch ist hier riesengroß. Hier findet man kleine Fische, große Fische, Krebse und Langusten, Tintenfische und selbst kleine Haie habe ich gesehen (Ich bin kein Angler, daher kann ich hier nicht mit den Namen der Fischarten dienen). In der folgenden Slideshow könnt ihr euch einen kleinen Eindruck verschaffen. Die Fotos sind vom 28.04.2022.

Für kleines Geld kann man sich die Fische auch direkt ausnehmen und säubern lassen. Das ist sehr bequem. Auf dem Markt ist immer richtig viel los und die Fische werden auch „intensiv beworben“. Man wird also oft angesprochen und bekommt diverse Fische und Meeresfrüchte angepriesen.

Preise für Lebensmittel

Vorab: Entgegen meinen früheren Erwartungen finde ich nicht, dass die Lebensmittelpreise hier so wahnsinnig niedrig sind. Das soll gar keine negative Bewertung sein, nur meine Erwartungen waren etwas anders.

Damit ihr eine Vorstellung davon habt, wie die Preise hier aktuell sind, möchte ich hier beschreiben, was die Dinge so kosten, die wir hier tagtäglich kaufen. Bei einigen Lebensmitteln findet man wirklich sehr sehr gute Preise (mit der „deutschen“ Brille betrachtet) und bei anderen findet man garnicht so große Unterschiede zu den Preisen in Deutschland. Das ist natürlich nur unsere Sicht aus den Erfahrungen aus einem Monat. Daher erhebe ich keinen Anspruch darauf, dass das in ganz Tanzania so ist. Auch bezieht sich das natürlich hier auf die Metropolregion Dar es Salaam mit ca. 6 Mio. Einwohnern. Die Preise in anderen Gegenden können natürlich auch anders sein. Es ist auch ein Unterschied, ob man auf einem lokalen Markt einkauft oder im Discounter. Ich werde das hier auf jeden Fall aktualisieren, wenn wir mehr Teile von Tanzania kennen und uns auch besser mit diversen Gepflogenheiten usw. auskennen. Für den Moment möchte ich aber zur Dokumentation die Preise für einige Artikel festhalten, mit denen wir aktuell hier konfrontiert sind.

ArtikelPreis in TZSPreis in EUREinheitBemerkung
Orangen200-300 TZS8-12 CentStückAbhängig von der Größe
Bananen200-300 TZS8-12 CentStückAbhängig von der Größe
Tomaten200-300 TZS8-12 CentStückAbhängig von der Größe
Eier250-300 TZS10-12 CentStückJe nach Ort (Ländlich/City)
Trinkwasser230-250 TZS9-10 CentLiterWir kaufen meist 13 L Behälter
Mango500-1500 TZS20-60 CentStückAbhängig von der Größe
Gurke500 TZS20 CentStückMarkt
Avocado1000-2000 TZS40-80 CentStückMarkt
Öl10000 TZS4 €LiterSupermarkt
Mehl5600 TZS2,30 €KgSupermarkt
Fisch (mittelgroß)ca. 200008,14KgAbhängig von der Sorte
Toillettenpapier1000-200040-80 CentRolleSupermarkt
Butter34000 TZS14 €KgSupermarkt
Margarine10000 TZS2,50 €KgMarkt/Supermarkt
Kartoffeln2000 TZS80 CentKgMarkt
Reis2000-2500 TZS80 Cent – 1 €KgMarkt
Nudeln6000 TZS2,45 €KgSupermarkt
H-Milch6400 TZS2,60 €LiterSupermarkt
Frischmilch2400 TZS1 €LiterSupermarkt
Duschgel7000 TZS2,85 €750 mlSupermarkt
Deoroller4000 TZS1,60 €100 mlSupermarkt
Salz700 TZS28 CentKgSupermarkt
Zigaretten1500-5000 TZS60 Cent – 2 €PackungJe nach Marke
lokaler Wein10000 -120004-5 €FlascheGetränkehändler
Preise in Kigamboni/Dar es Salaam

Vor allen Dingen Milchprodukte, Alkohol und Öl sind relativ teuer hier. Vielleicht finden wir noch Optionen, wo es solche Dinge günstiger zu haben gibt. Nach einem Monat kennen wir sicherlich noch nicht alle Spots, wo man vielleicht bestimmte Dinge besser oder günstiger bekommt.

Schlusswort

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Überblick verschaffen, was das Thema „Lebensmittel einkaufen in Tanzania“ angeht. Wir werden sicherlich noch mehr Eindrücke und Erfahrungen in Zukunft sammeln, so dass ich das Thema sicher noch hier und da aufgreifen werde. Bleibt gespannt.

Wenn ihr in Tanzania seid und vielleicht auch hier in unserer Gegend, dann teilt gerne eure Erfahrungen mit uns und vielleicht habt ihr ja noch Tips oder Anregungen für uns?

Leben in Tanzania

Ich veröffentliche auf diesem Blog regelmäßig Artikel zu unserem Leben in Tanzania. Alle Artikel zum Thema Tanzania findet ihr in der entsprechenden Kategorie (Tanzania). Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen habt, nutzt gerne die Kommentarfunktion oder schreibt mir persönlich (Contact).

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Udo Pfeiffer

    Bei der Milch muss ich ja schmunzeln (H-Milch 2,60 – Frischmilch 1 EUR).
    Einmal aufgekocht wird aus Frischmilch H-Milch (ultrahoch erhitzt).